Paul Dessau
100 Jahre Bertolt Brecht
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Paul Dessau - Biographie

Der Komponist und Dirigent Paul Dessau wurde am 19.12.1894 in Hamburg geboren. Der Sohn eines Tabakladenbesitzer gab mit 14 Jahren im Jahre 1908 sein erstes Konzert und spielte bereits sämtliche Mozart-Violinkonzerte. Nach seinem Studium in Berlin wurde Dessau 1918 Schauspielkapellmeister an den Hamburger Kammerspielen. In den folgenden Jahren wurde er Korrepetitor, dann Kapellmeister bei Otto Klemperer in Köln und wurde schließlich 1923 erster Kapellmeister in Mainz bevor er in Berlin 1925 erster Kapellmeister wurde. 1927 begegnete Paul Dessau erstmals Bert Brecht in Baden-Baden. 1933 emigrierte Dessau nach Paris, wo er sich intensiv mit der Zwölftontechnik auseinandersetzte. Seit 1939 lebte Dessau in Amerika, erst in New York, später in Hollywood. Bekannt wurde Dessau durch die Vertonung von Texten Bertolt Brechts, mit dem er eng befreundet war.
1948 kehrte Dessau nach Berlin (Ost) zurück und wurde 1959 zum Professor ernannt. Für seine politisch motivierte Musik erhielt Dessau mehrere Staatspreise der Deutschen Demokratischen Republik. Am 28.6.1979 verstarb Paul Dessau in Berlin (Ost).

Paul Dessau - Sein Schaffen

1927 brach Paul Dessau seinen erfolgversprechenden Aufstieg in dirigentische Spitzenpositionen ab, da er sich der starren Theaterführung nicht länger unterwerfen wollte. Er wollte seine Meinung offen kundtun; er verachtete bürgerliche Gesellschaftsformeln und Sentimentalitäten. Bei Theaterproben verzichtete er auf die üblichen Schmeicheleien und wurde gelegentlich sogar grob. In dieser trotzigen Haltung glich er vor allen anderen Bert Brecht.
Von einer Zusammenarbeit mit seinem Vorbild Brecht konnte Dessau vorerst nur träumen, denn einen Namen als Komponist wie Weill oder Eisler besaß er noch nicht. Erst Anfang 1943 begegneten sich Bert Brecht und Paul Dessau zufällig bei einem "Brecht-Abend". Dort spielte Dessau sein "Kampflied der schwarzen Strohhüte" vor. Dieser Abend bedeutete eine Wende in Dessaus Leben. Von nun an prägte Brecht seine Musikauffassung.
Die beginnende Zusammenarbeit Brecht-Dessau war anfangs ganz von der politischen Zukunft Deutschlands geprägt. Dies drückte sich unter anderem im "Lied einer deutschen Mutter" aus. Brecht zeigte Dessau gegenüber weniger Scheu was musikalische Verschläge angeht - so sang er Dessau gleich die erste Zeile vor, die er für dieses Lied "komponierte".
Paul Dessau wurde von Bert Brecht immer öfter wegen Kompositionen angegangen, da er im Vergleich zu Eisler oder Weill weniger Erfahrung im Bereich Vokalmusik hatte. Der lernbegierige Dessau kam Brechts Vorstellungen einer von chinesischer Musik geprägten Theatermusikvorstellungen mit größter Aufgeschlossenheit entgegen. Durch seine Auffassung von Brecht und der Musik im allgemeinen war Dessau ein musikalischer Mitarbeiter von größter Hilfsbereitschaft, Kollegialität, Bescheidenheit und Treue. Brecht sah in Dessau den kooperationswilligeren Komponisten, als seine renommierteren Kollegen. Er fügte sich bruchloser in die utopischen Seiten seiner Theatertheorie ein. Brecht zog Paul Dessau eher zu solchen Projekten heran, die für die fernere Zukunft, für die Zeit nach der Rückkehr nach Europa gedacht waren.

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Letzte Änderung am 16.06.1998

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